AF*L*R: Veranstaltungsreihe INTERSEKTIONALE ALLIANZEN (mit Zoom-Links)

Veranstaltungsreihe: Intersektionale Allianzen
(Übersicht Termine und Themen - mehr Infos siehe weiter unten)

8. März: Dezentrale Aktionen in ganz Köln, mehr dazu findet ihr hier: https://www.facebook.com/8m.buendnis.koeln

11.3.21, Q&A: Liebe - rassismuskritische Bündnispraxis für radikale Menschlichkeit mit Josephine Apraku
Zoom-Meeting beitreten: https://zoom.us/j/95337722566?pwd=Y1JSejFTdHRJa0g3MFhkVWIwM29YQT09

16.3.21, WS zu Racial Profiling: We look out for each other mit copwatch ffm
Zoom-Meeting beitreten: https://zoom.us/j/93606646410?pwd=c2l3bXFRZ0tHWFAva3l3VHJMR216UT09

23.3.21, WS zu Resilienz: Gestärkt! und Verbunden mit K* Stern (bitte anmelden via Email aflrkoeln@riseup.net)

07.4.21, WS ‚Patriarchale Gewalt‘ als Klammer feministischer Kämpfe? - Potentiale und Fallstricke für Kämpfe und Bündnisse zu patriarchaler Gewalt mit Miles Lila und Zoë Chamonix (bitte anmelden via Email aflrkoeln@riseup.net aflrkoeln@riseup.net)

Ringvorlesung Sommersemester 2021 BIPoC Referat: "Abolitionistische Praktiken & Perspektiven" - Kritische Reflexionen und Handlungsansätze zu Abkehr von Gewalt und Strafe

„Nicht auf unsere Kosten! Keine GEZ für Rassismus!“ (Beschwerde beim WDR: Rassistische Sendung "Die letzte Instanz")

Aktuelle Informationen auf: https://frauenlesbenreferat.de und https://www.facebook.com/aflrk

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Veranstaltungsreihe: Intersektionale Allianzen

Wir wollen feministisch, rassismuskritisch und emanzipatorisch Arbeiten, Lernen, Feiern und Lieben. Dabei werden unsere unterschiedlichen Privilegien, Erfahrungen und Positioniertheiten immer wieder (auch schmerzvoll) sicht- und spürbar. Um dennoch weitermachen und gemeinsam arbeiten zu können, müssen und wollen wir unsere eigenen Privilegien besser kennen lernen, Machtstrukturen erkennen und viele -ismen verstehen und verlernen. Für all diese komplexen und gewaltvollen Strukturen und Systeme sind intersektionale Ansätze und Theorien eine Möglichkeit der Herangehensweise. (Der Begriff Intersektionalität geht zurück auf Kimberlé Crenshaw und bezeichnet die Verschränkungen unterschiedlicher Diskriminierungsformen und deren Auswirkungen und gegenseitigen Beeinflussungen).

Wir legen daher dieses Semester unseren Schwerpunkt auf intersektionale Allianzen, dies möglichst breit gefächert und interdisziplinär; mal theoretisch, mal praktisch, mal lyrisch, mal zum Einsteigen und mal etwas anspruchsvoller, dabei aber immer feministisch, rassismuskritisch und kapitalismuskritisch.

11.3.21, 19:00 - 20:30 Uhr: Q&A: Liebe - rassismuskritische Bündnispraxis für radikale Menschlichkeit

Zur Teilnahme Zoom-Meeting beitreten: https://zoom.us/j/95337722566?pwd=Y1JSejFTdHRJa0g3MFhkVWIwM29YQT09

Das Buch "unteilbar - Bündnisse gegen Rassismus" behandelt die Frage wie in komplexen Herrschaftsverhältnissen einer global vernetzten, postkolonialen Gesellschaft tragfähige Bündnisse gegen Rassismus geschaffen werden können - welche Aufgaben müssen übernommen und welche Herausforderungen gemeistert werden?
In diesen Auseinandersetzungen und intersektionalen Herangehensweisen behandelt Josephine Apraku in ihrem Artikel "Liebe - rassismuskritische Bündnispraxis für radikale Menschlichkeit" das "Grundlegendste und Zentralste" Thema: Liebe ("schließlich umfassen Machtverhältnisse alle zwischenmenschlichen Beziehungen und haben Auswirkungen auf diese"). Sie untersucht Liebe aus rassismus- und sexismuskritischer Perspektive unter Rückgriff auf Theoretiker*innen wie Fromm, Beck, hooks und Freire.

Nach einer kurzen Einführung wird es zu einer Frage und Diskussionsrunde mit Josephine Apraku kommen. Die Veranstaltung wird moderiert von Jena Samura.

Josephine Apraku: Afrikawissenschaftlerin. Gemeinsam mit Jule Bönkost gründete sie das IDB | Institut für diskriminierungsfreie Bildung in Berlin. Mitinitiatorin und seit 2016 Leiterin des Bildungsprojektes "Hier und jetzt! Kolonialismus und Kolonialrassimus im Schulunterricht" beim Antirassistisch-Interkulturellen Informationszentrum ARiC Berlin e.V. von 2015 - 2017 Lehrbeauftragte zum Thema Bildung und Rassismus(Kritik) an der Alice Solomon Hochschule Berlin und am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität zu Berlin.

Jena Samura studiert derzeit Postcolonial Studies an der SOAS University of London. Außerdem arbeitet sie als Bildungsreferentin zu den Themen Anti-Schwarzer Rassimus, der Verknüpfung von Kolonialismus und Geschlecht sowie Intersektionaler Feminismus. Nebenbei schreibt sie Texte zu genau diesen Themen, diese erschienen bisher im RosaMag und Missy Magazine.

16.3.21, 19:00 Uhr; WS: "We look out for each other" - Racial Profiling, vielfältige Folgen & intersektionale Interventionen mit Copwatch ffm.

Zur Teilname zoom-meeting beitreten: https://zoom.us/j/93606646410?pwd=c2l3bXFRZ0tHWFAva3l3VHJMR216UT09

In Deutschland gehören rassistische Polizeikontrollen, die stets vergeschlechtlicht sind, zum Alltag. Menschen stehen aufgrund von bestimmten rassifizierten Merkmalen, wie Hautfarbe, Religion, Sprache oder einer vermeintlich „anderen” Herkunft im Visier polizeilichen Handelns. Sie erleben oft unbegründete Pass- und Personenkontrollen in Bahnhöfen und Flughäfen, auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder nach Hause. Racial Profiling und rassistische Polizeigewalt, die auch oft tödlich endet, trifft nicht nur rassifizierte Männlichkeiten. Vielmehr sind gerade mehrfachmarginalisierte Personen, Frauen* und LGBT*IQ/geflüchtete/mittellose und von der Gesellschaft be_hinderte Schwarze und People of Color besonders vulnerabel für rassistische Polizeikontrollen und die weiteren Folgen. Gelebte Erfahrungen von Racial Profiling beinhalten unter anderem für kriminell gehalten, öffentlich gedemütigt und bloßgestellt, mit rassistischer Sprache adressiert zu werden, nicht geschützt zu werden und/oder körperliche Gewalt zu erfahren, bis hin zu Tötung und Mord. Diese Erfahrungen werden von der weißen Dominanzgesellschaft systematisch ignoriert. Die Betroffenen werden nicht gehört, die institutionelle sowie intersektionale Dimension dieses Phänomens wird ausgeblendet.
Es regen sich jedoch auch Widerstände und es gibt seit Jahren Unterstützungsinitiativen, die einen Perspektivwechsel und Brüche mit dieser gewaltvollen Normalität ermöglichen.

Der Vortrag von copwatch-ffm erläutert Racial Profiling als institutionalisierte Praxis intersektionaler staatlicher Gewalt, seine vielfältigen Folgen und lädt zur gemeinsamen Diskussion von Interventionsmöglichkeiten und Widerstandsstrategien ein Kontrollen und die weiteren Folgen.

23.3.21 WS: Gestärkt! Und verbunden! Ein Online-Workshop zum Empowerment von queeren Menschen aus LSBITAQ+ Communities.

Vielleicht kennst auch du den Wunsch, dich in schwierigen Zeiten kraftvoller und lebendiger zu fühlen, ruhiger oder zuversichtlicher zu sein? Vielleicht erlebst du in deinem Alltag stressige Situationen? Vielleicht möchtest du besser verstehen was dann in dir passiert und fragst dich, wie du dich bewusst(er) erholen kannst? Vielleicht hast du auch den Wunsch, dass Menschen aus marginalisierten Gruppen untereinander stärker zusammenhalten?
Widerstandsfähigkeit (auch Resilienz genannt) können Menschen, die Minderheitenstress erfahren oftmals gut gebrauchen. Dieser Workshop ist ein Übungsraum für Menschen verschiedener Marginalisierungs-Hintergründe: Du bist eingeladen, zunächst dich selbst zu stärken und dich dann mit anderen Teilnehmenden zu verbinden.
Es gibt als Rahmen einen kurzen Impuls zu (Minderheiten)Stress und zu Resilienzfaktoren. Wir probieren gemeinsam Körperübungen aus, die du sowohl als Gegenmittel in stressigen Situationen oder Krisenzeiten einsetzen kannst, als auch präventiv zur Selbstfürsorge. Du hast die Möglichkeit, dich in kleinem Kreis mit anderen Teilnehmenden über eigene Alltagssituationen und Gegenmittel auszutauschen. Vielleicht lernst du etwas Neues kennen. Vielleicht gibt es Gemeinsamkeiten und verbindende Aha-Momente, wenn andere Menschen eine Geschichte aus ihrer Lebenserfahrung teilen.
Alle Übungen sind geschlechts-sensibel konzipiert und es gibt Übungsvarianten für diverse Möglichkeiten von Körperlichkeiten. Du entscheidest immer, wie du die Übungen für dich gestaltest.
Neugier auf sich selbst und Interesse an der Erfahrung anderer Workshopteilnehmenden sind günstig. Der Versuch, sich selbst möglichst achtsam zu verhalten ist Teilnahmebedingung. Wohlwollen für das Üben anderer ist günstig sowie eine bewusste Entscheidung darüber, ob du glaubst eventuell auftretende „Übungsfehler“ anderer Übenden verkraften zu können.

Über K* Stern
K* Stern (ohne Pronomen) begleitet und berät Einzelpersonen und Paare/Beziehungen in freier Praxis in Hamburg. K* gibt Seminare und Workshops und Fortbildungen rund um die Themen Gesundheit, Geschlechtsidentität, Körper, Beziehung und Sexualität. K* ist trans*, queer, weiß. K* setzt sich ein für mehr Verbindung zwischen Menschen aus unterschiedlichen Communities. K* übt sich selbst darin, solidarisch zu handeln, Privilegien sowie -Ismen im eigenen Denken und Handeln zu bemerken und dafür die Verantwortung zu übernehmen. An manchen Tagen gelingt es besser als an anderen.

Mehr Infos unter www.praxis-kstern.de | facebook.com/ksternhamburg | instagram.com/ksternhamburg

Anmeldung: Bitte melde dich an unter aflrkoeln@riseup.net

Praktische Infos: Der Workshop findet in deutscher Lautsprache statt. Bequeme Kleidung, ein Getränk und Schreibmaterial für Notizen können praktisch sein. Ziehe dich in einen Raum zurück, in dem du für die Workshopzeit ungestört bist. Wenn während des Workshops Menschen online per Video zu sehen sind, entsteht oftmals mehr Gruppengefühl. Du kannst für dich selbst entscheiden, ob du während des Workshops deine Videokamera anlässt. Wenn es für dich möglich ist, wirst du stehen, sitzen und liegen. Wenn es in deinem Raum möglich ist, schau, dass du ausgestreckt auf dem Boden liegen kannst. Lege dir dafür gern eine weiche Unterlage bereit (z.B. Teppich, Isomatte, Decke, Handtuch)

07.4.21, 18:00-21:00 Uhr; WS: ‚Patriarchale Gewalt‘ als Klammer feministischer Kämpfe? – Potentiale und Fallstricke für Kämpfe und Bündnisse zu patriarchaler Gewalt

CN: vergeschlechtlichte Gewalt

Spätestens seit den von Mittel- und Südamerika ausgehenden Ni Una Menos-Protesten rückt patriarchale Gewalt erneut ins Zentrum feministischer Aktivismen. Unter anderem setzt sich, auch im deutschsprachigen Raum, langsam der Begriff des Femizids oder Feminizids durch, um patriarchale Gewalt zu benennen. Er bezeichnet die Morde an Frauen*, Lesben, inter-, trans- und nicht-binären Personen und weist auf die hinter der Tötung liegende Gewaltstruktur hin: Sie werden ermordet, weil sie feminisierte oder queere Personen sind.
Aber es gibt auch Kritik an der deutschsprachigen Rezeption der Debatte um Feminizide und ihrem verkürzten Verständnis von patriarchaler Gewalt: Es scheint, als würden zwar Morde thematisiert, nicht aber gewaltvolle Arbeitsverhältnisse und Strukturen sowie allgegenwärtige Mikroaggressionen. Zudem wird patriarchale Gewalt vor allem dort benannt, wo cis-weibliche Personen Opfer sind. Intersektionale, hetero- und cisnormative Formen patriarchaler Gewalt bleiben zu oft unsichtbar und werden entnannt.
Was unter den Begriffen Feminizid sowie patriarchale Gewalt verstanden wird, ist daher innerhalb feministischer Kontexte umstritten und umkämpft. Nicht umsonst entspinnen sich entlang ihner zentrale Konflikte aktueller feministischer Bündnispolitiken: Wessen Anliegen stehen im Zentrum feministischer Politik? Wer sind die Akteuer*innen feministischer Kämpfe? Welche Ausschlüsse und Auslassungen produzieren feministische Politiken, indem sie bestimmte Kämpfe fokussieren?
In dem Workshop setzen wir uns mit unseren Erfahrungen und Gedanken zu feministischen Bündnispolitiken um die Begriffe Feminizid und patriarchale Gewalt auseinander. Wir versuchen, gemeinsam ein umfassenderes und nicht-essentialistisches Verständnis von patriarchaler Gewalt und Femi(ni)zid zu entwickeln. Dieses soll intersektionale und queer_ sowie trans_inklusive feministische Bündnispolitiken und Protestformen um Gewalt gegen feminisierte Personen und Communities ermöglichen.

Miles Lila und Zoë Chamonix sind in unterschiedlichen feministischen und trans_feministischen Kollektiven in Wien organisiert und forschen zum Verhältnis von Geschlecht, Gewalt und Kapitalismus.

Der Workshop ist offen für alle FLINT*-Personen (trans, inter und nicht-binäre Personen, Frauen* und Lesben) Bitte frage dich nicht: „Bin ich trans, inter oder nicht-binär genug.“ Als Veranstalter*innen und Referent*innen lehnen wir Identity- oder Body-Policing ab.

Der Workshop richtet sich an alle, die sich mit Formen patriarchaler Gewalt auseinandersetzen möchten oder auch eh bereits auseinandersetzen. Wir werden auch über (wissenschaftliche) Texten zu patriarchaler Gewalt sprechen, Vorkenntnisse sind aber nicht notwendig.

Der Workshop findet online und in deutscher Sprache statt, wobei wir bei Bedarf Flüsterübersetzungen auf Englisch organisieren können.

Bitte melde dich an unter aflrkoeln@riseup.net, dann bekommst du den Link zum Workshop rechtzeitig vorher zugeschickt.

Ringvorlesung Sommersemester 2021 BIPoC Referat: "Abolitionistische Praktiken & Perspektiven" - Kritische Reflexionen und Handlungsansätze zu Abkehr von Gewalt und Strafe

im kommenden SS21 veranstaltet das Autonome BIPoC Referat im Rahmen von Studium Integrale/Erweiterungsbereich (SI/EA)* eine Ringvorlesung zu folgendem Thema:

"Abolitionistische Praktiken & Perspektiven" - Kritische Reflexionen und Handlungsansätze zur Abkehr von Gewalt und Strafe

Studierende der Uni Köln können die Lehrveranstaltung in Klips 2.0 über den Studienbaum Erweiterungsbereich 'Interdisziplinäre Themen & Ringvorlesungen' belegen. Alternativ kann über das Suchfeld die Veranstaltungsnummer eingegeben werden: 14384.001

Es ist auch möglich die Ringvorlesung als Nicht-Studierende der Uni Köln zu besuchen. Weitere Informationen dazu folgen im Laufe der nächsten Wochen.

Veranstaltungsbeschreibung: In einer Gesellschaft, die dominiert und geprägt ist von Strafe, Sanktionen und Gewalt, ist es schwer vorstellbar wie eine Abkehr davon aussehen mag. Die folgende Ringvorlesung soll den Studierenden einen kritischen Reflexionsrau eröffnen und verschiedene Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven vorstellen, wie ein gesellschaftliches Zusammenleben abseits von Strafe und Gewalt aussehen könnte. Ziel der Veranstaltung ist es, den Studierenden Werkzeuge für ihr eigenes Sozial- als auch ihr Berufsleben mit auf den Weg geben zu können. Denn: Um eine Gesellschaft solidarisch mitgestalten zu können, müssen auch die marginalisierten und diskriminierten Stimmen gehört werden. Und vor allem diese leiden unter dem gewaltvoll strafendem System: Migrant:innen, Geflüchtete, Behinderte, Obdachlose - die Aufzählung kann unendlich lange fortgesetzt werden. Dabei sollen die breit gefächerten Themen der Ringvorlesung in unterschiedlichen globalen Kontexten kritisch reflektiert werden, um den Studierenden Konzepte zu Alternativen der Bisherigen strafrechtlichen Systeme aufzuzeigen sowie bisherige kriminalisierte Phänomene kritisch zu hinterfragen. Weiter soll danach gefragt, ob erst elementare gesellschaftliche Veränderungen die Abschaffung von Inhaftierung ermöglichen – oder dies auch zum jetzigen Zeitpunkt möglich wäre. Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit „abolition“ erfolgreich in einer Gesellschaft umgesetzt werden kann? Geht es um „abolition“ oder gesetzliche Veränderungen? Was für Möglichkeiten gibt es jetzt? Des Weiteren sollen alternative Vorgehensweisen betrachtet werden, wie Betroffene mit den Folgen sexualisierter und sexueller Gewalt umgehen können, anstatt mit dem Stigma des „Opfers“ zu leben. Zudem soll der Umgang mit dem eigenen Umfeld kritisch reflektiert werden: Bin ich in meinem eigenen Verhalten grenzüberschreitend, verletzend oder gewaltvoll? Die Veranstaltung fokussiert sich hierbei vor allem auf die Wiederherstellung einer Ordnung, wo Betroffene, Täter:innen und weitere Beteiligte sich ein gutes Leben wiedererkämpfen können.

mail | contact-bipoc@uni-koeln.de
web | https://bipoc.uni-koeln.de
instagram | bipocreferatunikoeln
facebook | bipoc.uzk

„Nicht auf unsere Kosten! Keine GEZ für Rassismus!“

Hallo liebe Menschen! Es reicht uns!
Am 29.1.2021 strahlte der WDR die Sendung „Die letzte Instanz - Folge 8“ als Wiederholung aus. In dieser Sendung haben weiße Menschen ungehemmt rassistische Fremdbezeichnungen über Sinti*zze und Rom*nja, Schwarze Menschen und Indigenous People verteidigt und reproduziert. Seitdem gab es wenige Entschuldigungen, u.a. von dort anwesenden Diskutant*innen und Mitarbeitenden des WDR. Wir, dass sind von Rassismus betroffene und weiße solidarische Menschen, warten aber noch immer auf angemessene Reaktionen des WDR. Damit dieser Skandal nicht wie so oft in Vergessenheit gerät, haken wir nach und bitten euch und Sie dabei um Unterstützung. Über das offizielle Beschwerdeverfahren der öffentlich-rechtlichen Sender machen wir auf Verstöße gegen die Programmgrundsätze aufmerksam. Mit den GEZ-Gebühren unterliegen sie bindenden Gesetzen und das muss Konsequenzen nach sich ziehen (WDR Gesetz https://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/profil/wdr-gesetz-102.pdf). Wir haben eine Vorlage formuliert, die von Euch und Ihnen mit copy & paste als Grundlage für eine Beschwerde genutzt werden kann. WICHTIG: Dieser Text ist als anpassbarer Entwurf zu verstehen. Jede*r kann diese Beschwerde individuell anpassen. Eine Beschwerde kann auf zwei Wegen erfolgen: 1. Direkt beim WDR mit dem Hinweis „Förmliche Beschwerde“ einreichen über folgendes Kontaktformular: https://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/serviceangebot/kontakt/kontaktpu... 2. Bei der Programmbeschwerdestelle über folgenden Link: https://www.programmbeschwerde.de/beschwerde/ Wir nehmen es nicht länger hin, dass eine öffentlich-rechtliche Medienanstalt sich ihrer Verantwortung entzieht. Danke für Eure und Ihre Unterstützung! Hiermit lege ich/ legen wir folgende Beschwerde ein: Am 29.1.2021 strahlte der WDR die Sendung „Die letzte Instanz - Folge 8“ aus. Dabei handelt es sich um eine Wiederholung der Folge vom 30.11.2020. In dieser Folge werden die Programmgrundsätze laut § 5 WDRG – Absatz 2 und 4 massiv verletzt.
• Menschen werden rassistisch beleidigt und rassistische Fremdbezeichnungen werden verteidigt, relativiert und ihre schmerzhafte kolonial-rassistische Geschichte und die Wirkung wurde negiert
• Eingeladen waren nur „Prominente“ der weißen Dominanzgesellschaft, ohne jegliche Fachkenntnisse
• Rassismus ist eine Form von Gewalt, so wird wiederholt Gewalt gegenüber Sinti*zze und Rom*nja, Schwarze Menschen, Indigenous People ausgeübt
• Reproduktion von Sexismus und Ableismus
Diese Tatsachen führen unmittelbar zu:
• Verletzung der Menschenwürde
• Verletzungen und Re-Traumatisierungen Betroffener
• Unsichtbarmachung von Stimmen und Positionen von rassifizierten Menschen
• Entmenschlichung, da rassifizierte Menschen nicht als gleichwertig innerhalb der Gesellschaft angesehen werden
• Reproduktion von Eurozentrismus, strukturellem und kulturellem Rassismus
• Stärkung einer weißen Dominanz sowie die Legitimierung und Normalisierung von Macht/Gewalt
• Stärkung von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in der Gesellschaft
Nur wenige Tage später wurde die Karnevals-Sendung „Jet zo fiere! Das Beste aus der Verleihung des Ordens ‚Wider den tierischen Ernst“ ausgestrahlt, bei der erneut kolonial-rassistische Bilder und Blackfacing reproduziert wurden. Wie ist das möglich? Das zeigt uns, dass der WDR sich dringend mit dem strukturellen Rassismus innerhalb der eigenen Organisation und der Medienarbeit transparent und nachhaltig auseinandersetzen muss.
Ich fordere/Wir fordern, dass für die Produktion und Ausstrahlung von rassistischen Sendungen strukturelle Verantwortung übernommen wird – z.B. in Form von Entschädigungen, personellen, arbeitsrechtlichen Konsequenzen und rassismuskritischen Fortbildungen. In diesem Zusammenhang ist explizit auch der WDR-Intendant Tom Buhrow zu nennen, von dem wir eine umfassende Stellungnahme erwarten.
Ich fordere/Wir fordern außerdem, dass es eine Sendung zu ähnlich prominenter Zeit geben soll, zu der ausschließlich rassifizierte Menschen eingeladen werden, um damit nachhaltig den medialen Diskurs mitbestimmen zu können.
Viele Grüße
Die Initiative „Nicht auf unsere Kosten! Keine GEZ für Rassismus!“

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Autonomes FrauenLesbenreferat der Universität zu Köln
c/​o AStA Uni Köln
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50937 Köln

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