2026 jährt sich der Nagelbomben-Anschlag

Datum: 
Donnerstag, 5. März 2026 - 20:15

2026 jährt sich der Nagelbomben-Anschlag, der die Keupstraße 2004 erschütterte, zum 22. Mal.

Die Bomben verletzten über zwanzig Menschen stark, mehrere lebensgefährlich. Im Anschluss
fanden die Ermittlungen jahrelang ausschließlich im Anwohner:innenkreis statt. Opfer und
Angehörige des Anschlages wurden als potentielle Täter:innen stigmatisiert. Hinweise darauf, dass
der Anschlag rassistisch motiviert sei, wurden von Seiten der polizeilichen Ermittler:innen zum Teil
aktiv verschleiert.

Der Regisseur Nuran David Calis erarbeitete 2014 am Schauspiel Köln gemeinsam mit drei
Anwohner:innen und drei Ensemble-Schauspieler:innen das Stück DIE LÜCKE, um die Menschen,
deren Leben der Anschlag zutiefst erschüttert und verändert hatte, zu Wort kommen zu lassen. Bei
der Premiere der LÜCKE hatte der Gerichtsprozess gegen die Mitglieder des sog.
Nationalsozialistischen Untergrundes in München gerade erst begonnen. Er sollte insgesamt fünf
Jahre dauern und mit einem für die Angehörigen der Opfer niederschmetternden Urteil enden,
denn viele Mitangeklagte kamen mit sehr geringen Strafen davon und waren teilweise gleich nach
Prozessende wieder auf freiem Fuß. Auch nach dem Schuldspruch beklagten die Anwält:innen der
Mordopfer, dass das Gericht verpasst hätte, ihnen ein Gesicht zu geben.
Die Inszenierung findet nun ihre Fortsetzung im Kulturbunker in Mülheim. Nach einer Führung von
Anwohner:innen auf der Keupstraße werden die Betroffenen erneut befragt:
Wie nehmen sie das NSU-Gerichtsurteil und den Schuldspruch wahr? Wie ist der aktuelle Stand
bezüglich des Mahnmals, dem sich immer noch in Planung befindenden Erinnerungs- und
Theater

Beginn: 20:15 Uhr //
Tickets (7,00€- 15,00€)
(Begleitperson für Schwerbehinderte frei // Freier Eintritt
für Erstsemester der Universität zu Köln)
unter: https://rausgegangen.de/events/lucke-
30

auch 6.3.2026 ist eine Aufführung