"Quellen-TKÜ" – wenn Behörden in Computer einbrechen

Datum: 
Donnerstag, 31. Mai 2018 - 20:00
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Mit den neuen Polizeigesetzen in NRW und anderen Bundesländern werden die Befugnisse zum Einsatz von Schadsoftware massiv ausgeweitet. Doch dieses Instrument ist umstritten. Während die Effektivität nicht nachgewiesen wird, ergeben sich vielzählige ethische, rechtliche, finanzielle und gesellschaftliche Probleme. Durch die fortschreitende Digitalisierung – wie der Verlagerung von Diensten in die Cloud, Internet der Dinge, selbstfahrenden Autos – intensiviert sich der Impact derartiger Maßnahmen.

Im Rahmen des Vortrages werden diverse Aspekte, allgemeine Funktionsweisen, Risiken und Probleme von behördlicher Schadsoftware leicht verständlich vorgestellt. Anhand von einfachen Fallbeispielen werden Kosten und Probleme verdeutlicht. Es werden Unterschiede zu klassischen Ermittlungsmaßnahmen und deren Bedeutung aufgezeigt und ein Blick hinter die Kulissen geworfen. Mit Blick auf laufende Entwicklungen werden mögliche Auswirkungen dieser Überwachungsmaßnahmen in der Zukunft prognostiziert.

Der Referent ist seit über 10 Jahren im Bereich Datenschutz aktiv und Mitglied der Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage. Daher kennt er die ethischen Implikationen technischer Überwachung. Von Beruf wegen ist er im Bereich Informationssicherheit tätig. Im Rahmen von digitalen Forensiken analysiert er unter anderem Schadsoftware und Sicherheitsvorfälle. Daher kennt er die Risiken, Erwartungen und Funktionsweisen beim Einsatz dieser Ermittlungsmaßnahmen.