Juristen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Datum: 
Donnerstag, 11. Mai 2023 - 19:30
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In der Aufarbeitung des Nationalsozialismus gibt es einen spezifisch täterzentrierten Blick: Hitler, Himmler, Göbbels. Für den Bereich des juristischen Studiums gilt das Gleiche: Freisler, Schmitt, Dahm und Schaffstein lauten die Protagonisten aus Praxis und Hochschulbetrieb. Doch was ist mit jenen, die den Freiheitskampf bereits zu Weimarer Zeiten aufnahmen? Einen Kampf, der bereits zu dieser Zeit mit höchstem persönlichen Einsatz geführt werden musste und letztlich verloren ging. Würde man den täterzentrierten Blick beibehalten, bestünde die Gefahr, dass dieser selbstlose, für jeden aufrechten Demokraten geradezu heroische Kampf vollends vergeblich war.

Ein Lese- und Diskussionskreis – veranstaltet vom Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (Universität zu Köln) – möchte sich jenen Persönlichkeiten und von ihnen gewählten juristischen Strategien widmen, die leidenschaftlich und in höchster Gefahr für die Herrschaft des Rechts stritten. Als Ausgangspunkt soll die Veranstaltung Rudolf Olden (1885-1940), Journalist und Strafverteidiger in der Weimarer Republik, gewidmet sein. Er war Teil des Verteidigerteams von Carl v. Ossietzky im berühmten „Weltbühne“-Prozess, in dem es um den sog. „publizistischen Landesverrat“ ging.

Hierzu sollen Literaturhinweise für Interessierte zum Einstieg bereitgestellt werden und am 11.5.23 im Rahmen der vom EL-DE-Haus getragenen Veranstaltungsreihe „Verbrannt und Verbannt“ am Beispiel Oldens über Juristenpersönlichkeiten diskutiert werden, die für die Rechtsidee gestritten und gelebt haben und oft auch gestorben sind.

11. Mai | 19:30 - 21:30
Kostenlos

Veranstalter: Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Universität zu Köln

Veranstaltungsort: Universität zu Köln, Seminargebäude, Raum S 15, Sibille-Hartmann-Str. 2 - 8, 50969 Köln-Zollstock (U12: Pohligstraße)